Geschichte

Zusammen wachsen

Gemessen an der Geschichte evangelischer Mission seit dem 18. Jahrhundert ist die Evangelische Mission in Solidarität (EMS) noch immer jung. 1972 schlossen sich sechs Kirchen und fünf Missionsgesellschaft zusammen, um mit einem gemeinsamen Werk ihre weltmissionarische Arbeit zu gestalten. Sie hatten das Ziel, zu vereinen, was lange getrennt war: Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts wurde die Missionsarbeit von selbstständigen Gesellschaften und Vereinen getragen, unter ihnen die Basler Mission, die Herrnhuter Mission, die Deutsche Ostasienmission und der Verein für das Syrische Waisenhaus, der heutige Verein für die Schneller–Schulen (EVS). Zu den Kirchen in Südwestdeutschland bestanden über die „Südwestdeutsche Arbeitsgemein–
schaft für Weltmission“ nur lose Verbindungen. In Afrika und Asien waren dagegen längst selbstständige Kirchen erwachsen, die sich nicht länger als Tochterkirchen von Missionsgesellschaften verstehen wollten, sondern partnerschaftliche Beziehungen zu Kirchen weltweit wünschten. Deshalb wurden der internationale Missionsrat und mit ihm viele „junge Kirchen“ 1961 bei der Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen in Neu Delhi vollberechtigte Mitglieder der ökumenischen Bewegung und der weltweiten Kirchengemeinschaft.

Gutes Beispiel macht Schule

Auch die elf Gründungsmitglieder der EMS folgten 1972 diesem Beispiel und machten die Partnerschaft mit den aus der Missionsarbeit hervorgegangenen Kirchen zu ihrem Programm. Aus dem Einbahnverkehr der Vergangenheit war ein Zweibahnverkehr geworden. „Empfangen und weitergeben“ lautete der Slogan, mit dem die neu gegründete EMS ihr Missionsverständnis zum Ausdruck brachte. Ökumenische Mitarbeitende aus dem Süden wurden zur Mitarbeit nach Deutschland eingeladen. Die ersten Kirchenpartnerschaften auf Kirchenkreis– oder Kirchenbezirksebene wurden initiiert.

Gemeinsames Zeugnis

Zunächst wurden die Beziehungen weiterhin bilateral gepflegt. Die Gründung der EMS leitete einen neuen Lernprozess ein, um die Zusammenarbeit und den Austausch untereinander zu erproben und zu vertiefen. In der jungen Geschichte der EMS sind die Kirchen und Missionsgesellschaften in drei Kontinenten so zu einer Gemeinschaft zusammengewachsen. Meilensteine auf diesem Weg waren internationale Konsultationen 1983 in Bad Boll und 1991 in Jerusalem. Die Delegierten aus allen Kirchen und Gesellschaften beim „Jerusalem–Forum“ verabschiedeten Empfehlungen zum weiteren Weg des Gemeinschaftswerks: Das „gemeinsame Zeugnis“ sollte die Gemeinschaft verbinden und wurde zur Grundlage aller Planungen und Aktivitäten. An den Entscheidungsprozessen sollten alle beteiligt werden.

Erfolgreiches Modell

1994 beschloss die Synode der EMS eine Satzungsänderung, um das Leitungsgremium des Werks international zu besetzen. Der internationale Missionsrat, in dem jede Kirche und Missionsgesellschaft mit Sitz und Stimme vertreten ist, trat 1995 erstmals zusammen. Seither werden die Leitungsaufgaben gemeinsam wahrgenommen. Alle tragen Verantwortung mit. Aus einem Zweibahnverkehr zwischen Kirchen in Deutschland und „Partnerkirchen“ in anderen Kontinenten ist ein runder Tisch und ein ökumenisches Netzwerk geworden. Missionarisches Zeugnis geschieht an jedem Ort. Alle haben daran Teil, alle tragen dazu bei, alle lernen voneinander und miteinander. Die EMS hat sich zu einem modellhaften Beispiel des Teilens im gemeinsamen Zeugnis weiterentwickelt.

EMS-Festjahr 2012

Termine

09.03.2012, Stuttgart
Terminänderung: Indonesien-Partnerschaftsseminar

Nicht wie geplant im März, sondern im November mehr

12.03.2012, Stuttgart
"Israels Politik und das Schweigen der Christen"

Veranstaltung mit dem Psychologen und amerikanischen Juden Mark Braverman mehr

17.03.2012, Hessen
Indien-Partnerschaftsseminar

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