Mission heute
Zwiespältige Geschichte
„Mission“ hat einen zwiespältigen Klang: Viele Menschen verbinden mit Mission einen weiten Horizont, positive Veränderungen durch Christinnen und Christen, Vorbilder wie Albert Schweitzer. Viele denken jedoch im Gegenteil an Enge, Aufdringlichkeit, Kolonialismus und Kulturzerstörung. In der Missionsgeschichte gab es immer beide Seiten: Zahllose Menschen haben durch das Evangelium von Jesus Christus Befreiung und Würde erfahren, haben Frieden und neue Gemeinschaft gefunden. Oft haben Menschen ihren missionarischen Auftrag jedoch mit Machtausübung und mit dem Bewusstsein kultureller Überlegenheit verbunden.
Weg der Hoffnung
Wörtlich heißt Mission „Sendung“. Im biblischen Sinn geht es in erster Linie um die Sendung, die von Gott selbst ausgeht („missio dei“): In Jesus Christus hat sich Gott ganz in unsere Welt hineinbegeben, an der Seite all derer, die leiden, die abgeschrieben sind, die in Angst gefangen und in Schuld verstrickt sind. Gottes Sendung heißt, dieser zerrissenen Welt den Weg der Hoffnung, der Erlösung, der Gerechtigkeit, des Lebens in Fülle, der Überwindung des Todes zu eröffnen. Im Kreuz und in der Auferstehung Jesu werden Gottes verwandelnde Liebe und Solidarität konkret. „Friede sei mit euch. Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch“, sagt der auferstandene Jesus zu seinen Jüngern (Joh. 20,21). Mission heißt deshalb, an Gottes Bewegung in unsere Welt teilzuhaben, dem Weg Jesu und der Jünger und Jüngerinnen zu folgen.
Glaubwürdiges Zeugnis
Mission ist nicht in erster Linie eine Sache des „Machens“, sondern heißt: sich von Gottes Geist bewegen lassen. Mission heißt „Zeugen und Zeuginnen“ für Gottes verwandelnde Liebe zu sein - am jedem Ort der Erde. Die Wirkung und Ausstrahlung dieses Zeugnisses hängt letzten Endes von Gottes Geist ab. Von entscheidender Bedeutung ist aber auch die Glaub–Würdigkeit derer, die die gute Nachricht in Wort und Tat leben. Dazu gehört die Achtung und der Respekt gegenüber denen, die anders sind. Dazu gehört ebenso der Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden, Versöhnung, Menschenrechte und die Bewahrung der Schöpfung.
Die Missionarinnen und Missionare sind die Christinnen und Christen vor Ort. In der Verbundenheit über geografische, kulturelle und sprachliche Grenzen hinweg können wir voneinander lernen, können uns stärken und wechselseitig herausfordern. Die „Theologische Orientierung“ der EMS sagt deshalb: „Wir sind auf dem Weg zu einer internationalen, ökumenischen Gemeinschaft von Kirchen und Missionsgesellschaften, in der wir unsere Hoffnung auf das Reich Gottes miteinander teilen.
mission.de
Die von der EMS und vielen, anderen Kirchen, Missionswerken und Verbänden in Deutschland initiierte Kampagne mission.de steht unter dem Leitwort „um Gottes willen - der Welt zuliebe“. Dieses Missionsverständnis im Horizont der weltweiten Kirche wird in vier Dimensionen konkret:
- Die weltweite Gemeinschaft der Christen - begeistert und vielstimmig
- Als Partner auf dem Weg - gemeinsam und solidarisch
- Anderen Menschen begegnen - achtsam und solidarisch
- Für Gerechtigkeit eintreten - kritisch und engagiert




