Tabea (Jordanien)

14.10.11

Glaube und Spiritualität

„Die deutsche“, so wird oft über einen gesprochen.  Das an diesen Titel auch einige Erwartungen an mich als Freiwillige gerichtet sind ist klar, da ich nur eine von vielen Deutschen vor mir bin.  Da an der Schule also immer wieder deutsche Freiwillige sind, gibt es auch zu bestimmten Themen, wie zum Beispiel: Glaube, Charakter, Äußerlichkeit, Verhalten und auch Engagement, eine gewisse Erwartungshaltung diesen gegenüber. 

Da der christliche Glaube hier extrem intensiv ausgelebt wird, ich vermute weil Christen hier eine Minderheit sind, ist ihnen der Gottesdienst am Sonntag sehr wichtig.  Die Kinder und Betreuer machen sich dann schick und verbringen eine Stunde mit singen und beten in der Kirche. Die Freiwilligen sind dazu auch immer herzlich eingeladen, trotz eines minimalen Sprachproblems während der Andacht.  Auch im Alltag ist der Glaube immer präsent. Man sieht viele, etwas kitschige Marienstaturen und auch das Bild von Jesus ist oft zu sehen.  Von uns Freiwilligen wird glaube ich aber schon ein gewisser „Glaubensgrad“ erwartet, seinen Glauben nicht so intensiv ausleben, kennen die Leute hier nicht wirklich.

Vom Charakter sind, meiner Meinung nach, die meisten Volontäre ähnlich. Somit sind wir für unsere aufgeschlossene und offene Art, mit der wir hier auf die Leute zugehen, ein stückweit etwas besonderes, aber in der Schule sind sie das eigentlich gewohnt.

Äußerlich sind  die Meisten „Deutschen“ ja allgemein eher hellhäutig und somit stechen wir auch immer raus. Also in Amman ist das natürlich sehr auffällig, in der Schule ist das weniger ausgeprägt.

Bei mir speziell ist das immer sehr lustig, da viele auf der Straße denken, ich kann arabisch und somit sind sie immer sehr vorsichtig beim Sprechen über uns. Auch hier in der Schule werde ich oft gefragt ob ich arabische Abstammung habe. Erst wenn sie dann mein Arabisch hören merken sie, dass das wohl doch nicht sein kann.

Dem Verhalten von europäischen Frauen eilt der schlechte Ruf voraus, also nicht in der Schule, aber in der Stadt ganz oft. Da herrscht das Klischee, dass diese leicht zu haben sind. Somit kann es auch zu unverschämten Handlungen von den Männern hier kommen. Dennoch gewöhnt man sich auch daran, sich allgemein Männern gegenüber anders zu verhalten, um diesen Vorurteilen vorzubeugen.

„Hast du eine Lust hast mit den Kindern zu arbeiten?“ so fragt der Manager für das Aktivprogramm immer. Das wir Lust haben ist klar, dennoch könnte man wohl an manchen Projekten noch arbeiten und sie in gewisser Hinsicht ändern, wenn gleich sie gute Ansetzte haben. Es ist schön, dass die Leute hier so viel Vertrauen in unsere Arbeit und unseren Willen zu arbeiten stecken. Dieses Gefühl macht einen auch Stark, wenn es mal nicht so läuft wie es soll. Hier einen Teil zum Alltag beizutragen ist schön und macht  Spaß. Jordanien ist toll.

 

Ich würd jetzt einfach mal „halas“ (fertig) sagen! Also macht es gut und bis bald!

 

Tabea



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