Libanon

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Hans Lehner leitet als Ökumenischer Mitarbeiter an der Johann-Ludwig-Schneller-Schule in Khirbet Kanafar (Libanon) die Finanzbuchhaltung. Hier berichtet er von seinen Erfahrungen.

Über das berufliche Ausbildungssystem im Libanon

Neben der rein akademischen Schulausbildung durchlaufen an der Johann-Ludwig-Schneller-Schule (JLSS) derzeit knapp 80 Schüler eine berufliche Ausbildung in der Berufsschule der JLSS. Angeboten werden bis heute Ausbildungen zum Schreiner, Kfz-Mechaniker, Industriemechaniker und Elektriker. Und in naher Zukunft werden an der JLSS auch erstmals Ausbildungen für Mädchen (zur Frisörin / zur Schneiderin) angeboten. Dies ist ein guter Grund, das Ausbildungssystem des Libanon und speziell an der JLSS einmal näher zu beleuchten:
Grundsätzlich interessieren sich auch im Libanon naturgemäβ eher praxisinteressierte und –begabte junge Leute für eine berufliche Ausbildung – als Alternative zu einer rein akademischen Ausbildung
(mit einer regulären Schulzeit von zwölf Jahren und anschlieβendem Universitätsbesuch). Eine Besonderheit im libanesischen Schulsystem besteht darin, dass Schüler, die sich in der „normalen“ akademischen Schule eher schwertun, bereits nach der 7. Klasse in den beruflichen Zweig wechseln können und innerhalb von zwei Jahren (Klasse 8 – 9) das brevet professionnel (BP) erwerben können, einen ersten Abschluss, der sie befähigt, danach eine reguläre berufliche Ausbildung zu beginnen.

Schwerpunkt dieser BP-Ausbildung ist neben dem Erwerb von praxisrelevanter Theorie das Erlernen von grundlegenden praktischen Fähigkeiten in der von den Schüern gewählten Berufsrichtung. Diese praktischen Inhalte werden ausnahmslos in den JLSS-eigenen Werkstätten vermittelt. Derzeit durchlaufen an der JLSS 41 Jugendliche den BP-Zweig.
Nach Bestehen des brevet professionnel (BP) oder alternativ nach der 9. Klasse der „normalen“ akademischen Schule haben die Schüler dann die Möglichkeit, eine reguläre Berufsausbildung zu beginnen. Eine Besonderheit an der JLSS ist, dass die Ausbildung hier nach dem deutschen Dualen System (DS) erfolgt.
Dies hat zur Folge, dass die Berufsschüler den praktischen Teil ihrer dreijährigen Ausbildung in einem externen Unternehmen beziehungsweise einer Werkstatt absolvieren, während die Theorie direkt an der JLSS vermittelt wird.

Mehr Praxis ist von Vorteil

Grund für die Importierung des deutschen DS-Systems in den Libanon ist, dass das konkurrierende französische Ausbildungsmodell (BT – baccalauréat technique) erhebliche Schwächen in der Praxisausbildung aufweist: So wird während der insgesamt dreijährigen BT-Ausbildung zu 80 Prozent nur Theorieunterricht erteilt, und der Praxisunterricht findet nur innerhalb der Berufsschulen statt. Vom wahren Arbeitsleben bekommen BT-Schüler also kaum etwas mit...


Dies hat zur Folge, dass BT-Absolventen zwar gut auf eine etwaige spätere Universitätsausbildung im technischen Bereich vorbereitet sind, aber groβe Probleme haben, direkt den Einstieg in die berufliche Praxis zu finden – eben aufgrund des Fehlens fundierter praktischer Kenntnisse. Genau für dieses Ziel hat die JLSS letzten Endes viele Anstrengungen unternommen, das DS-System an der Schneller-Schule einführen zu können: Eben dass praxisorientierte junge Leute direkt nach Ende ihrer Ausbildung den beruflichen Einstieg schaffen und von ihrem Arbeitgeber sogleich voll eingesetzt werden können. Bis heute hat die JLSS die staatliche Genehmigung (die sich als recht langwieriges Prozedere erwies) zur DS-Ausbildung für die Berufszweige Kfz-Mechaniker und Industriemechaniker, und auch für Schreiner und Elektriker wird eine Genehmigung angestrebt.
Von staatlicher Seite ist ein Berufsabschluss innerhalb des dualen Systems leider noch nicht dem BT-Abschluss (baccalauréat technique) gleichgestellt worden: So werden etwa junge Leute, die mit einem BT-Abschluss zur Armee gehen, finanziell immer noch deutlich höher eingestuft wie Leute mit DS-Abschluss. Hinsichtlich einer angestrebten Gleichstellung ist hier also noch Überzeugungsarbeit zu leisten...

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EMS-Festjahr 2012

Termine

20.06.2012, Höchst/Odenwald
Tagung des provisorischen EMS-Missionsrats

Veranstaltung zum "EMS-Festjahr 2012" mehr

23.06.2012, Frankfurt/Main
EMS-„Tag der Begegnung“

Für Freunde, Förderer und EMS-Aktive . Mit Beiträgen von Pfarrer Dr. Habib Badr (Libanon), Kirchenpräsident Lennox Mcubusi (Südafrika), Bischof Wayan Sudira (Bali/Indonesien), Pfarrer SHIN Seung-Min (Korea) und weiteren EMS-Vertreterinnen und ... mehr

01.07.2012, Bad Sebastiansweiler
Missionsfest Basler Mission Deutscher Zweig

Thema: Gesundheitsarbeit in Afrika am Beispiel Ghanas mehr