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Christlich–Protestantische Kirche in Bali (GKPB)
Christen sind auf Bali eine kleine Minderheit. Von insgesamt 2,5 Millionen Balinesen sind 12.000 Christen und Christinnen, zur GKPB gehören rund 10.000 von ihnen. Die holländische Kolonialverwaltung erlaubte erst Anfang der dreißiger Jahre Missionsarbeit auf Bali. Lange Zeit reagierte die hinduistische Bevölkerung mit Angst und Abwehr auf die fremde, westliche Religion. Inzwischen ist die Kirche auf Bali jedoch heimisch geworden und die GKPB versucht, nicht nur ihren Gemeinden, sondern der gesamten Gesellschaft zu dienen. Sie unterhält Schulen, Gesundheitsdienste und eine Hotelfachschule, die in der ganz auf Tourismus ausgerichteten Wirtschaft Balis ethische Grundsätze und den Erhalt kultureller Werte hochhält. Insgesamt bemüht sich die Kirche, christlichen Glauben und die Verwurzelung in der balinesischen Kultur zu einer Symbiose zu bringen, indem sie zum Beispiel künstlerische Projekte fördert, die Versuche in diese Richtung wagen.
Christliche Kirche von Südsulawesi (GKSS)
Das Zusammenleben mit Muslimen und die Auseinandersetzung mit dem Islam hat die Geschichte der Christinnen und Christen in Südsulawesi geprägt. Die GKSS lebt und arbeitet in einem muslimischen Umfeld. Sie begann im 19. Jahrhundert als Teil der niederländischen Beamtenkirche und wurde 1949 selbstständig. Bei Ausbruch des 2. Weltkriegs zählte die GKSS rund 10.000 Mitglieder; 1952 war sie durch zwei Verfolgungswellen auf 600 Personen geschrumpft. Heute gibt es wieder 6.000 Gemeindeglieder. So klein sie auch ist, hat sich die GKSS doch entschlossen, Selbsthilfe- und missionarische Arbeit in armen ländlichen Kommunen anzubieten. Sie unterhält ein Trainingszentrum für dörfliche Entwicklungsarbeit. Ebenso wie sie sich dem religiösen Kontext vor Ort stellt, ist die Kirche auch stark an Vernetzung und ökumenischer Zusammenarbeit interessiert. Ein Pfarrerehepaar aus der GKSS ist seit Oktober 2008 im Fortbildungseinsatz in der Evangelischen Landeskirche in Baden.
Toraja Mamasa Kirche (GTM)
Das Gebiet der GTM liegt in Westsulawesi im abgelegenen Hochtal von Mamasa. Sie hat rund 100.000 Mitglieder. Viele der 280 Gemeinden sind nur zu Fuß oder zu Pferd zu erreichen. Etwa 80 Prozent der Bevölkerung des Mamasa–Hochtals sind Christinnen und Christen, wobei die Zahl der Muslime durch Zuwanderung im Steigen begriffen ist. Die Anfänge der Kirche gehen auf die Arbeit der Reformierten Kirche während der Kolonialzeit zurück.1947 wurde die GTM selbstständig und 1982 beschloss sie, partnerschaftliche Beziehungen zu anderen indonesischen Kirchen und ihren europäischen Partnern aufzunehmen, um ihre Isolierung aufzubrechen und neue ökumenische Impulse zu gewinnen. Daher ist ihr auch die Partnerschaft mit der EMS besonders wichtig. Die GTM engagiert sich stark in der Erhaltung und Verbesserung der Infrastruktur des Mamasa–Hochtals. Sie unterhält verschiedene Schulen, ein landwirtschaftliches Entwicklungszentrum und das einzige Krankenhaus in der Region.
Protestantisch–Indonesische Kirche in Donggala (GPID)
Die GPID ist jung. Sie wurde erst 1965 gegründet, um Christen und Christinnen aus drei verschiedenen ethnischen Gruppen zu vereinen: enheimische Nachfahren von Jägern und Sammlern, Umsiedler aus Bali und Zuwanderer aus dem Minahasa–Gebiet. Deren Orientierung an der alten Heimat und Heimatkirche hielt noch lange Zeit vor, so dass die GPID über Jahre hinweg schwerpunktmäßig Programme zur gesellschaftlichen und kirchlichen Integration durchführte. Heute versucht sie, durch Schularbeit und Fortbildungskurse das Bildungsniveau in der Region zu erhöhen und christliches Bewusstsein zu vertiefen. Ein weiterer Bereich ihrer Arbeit umfasst die Versorgung und Erziehung von Waisen. Die Kirche unterhält zwei entsprechende Heime. Derzeit zählt die GPID 25.000 Mitglieder in 142 Gemeinden.
Protestantisch–Indonesische Kirche in Luwu (GPIL)
Luwu ist der größte Landkreis der Provinz Südsulawesi und umfasst das frühere Herrschaftsgebiet eines Toraja–Königs. Niederländische Missionare, die das gesamte Toraja–Gebiet betreuten, wirkten Anfang des Jahrhunderts auch in Luwu. Die hier entstanden Gemeinden trennten sich 1966 von der Toraja–Mutterkirche, um sich als selbstständige Kirche ganz auf Luwu zu konzentrieren. Die GPIL hat ca. 10.000 Mitglieder in 100 Gemeinden, die weit zerstreut liegen und häufig nur zu Fuß erreichbar sind. Die Gemeindeglieder sind überwiegend Kleinbauern und Tagelöhner an oder unter der Armutsgrenze. Deshalb legt die Luwu–Kirche besonderen Wert auf Bildungsprogramme und die Schaffung von Begegnungs– und Austauschmöglichkeiten zwischen den Gemeinden. Einen weiteren Schwerpunkt stellt die ökumenische Zusammenarbeit in der EMS–Gemeinschaft dar, die die Kirche dringend braucht, um ihre isolierte Lage immer wieder durchbrechen zu können.
Toraja Kirche (GT)
Die GT ähnelt einer Volkskirche in kleinem Stil. Rund 75 Prozent der Einwohner des Toraja–Berglands in Südsulawesi sind Christen. Die Kirche führt ihren Anfang auf das Jahr 1913 zurück, als sich 20 Toraja von einem Lehrer der holländischen Beamtenkirche taufen ließen. Heute zählt die presbyterial–synodal verfasste Kirche 260.000 Mitglieder in über 570 Gemeinden. Zur GT gehören außerdem Gemeinden in verschiedenen anderen indonesischen Regionen, die durch Binnenwanderung und Umsiedlung entstanden sind. Durch diese Ausbreitung ihrer Gemeinden werden alle politisch–gesellschaftlichen Veränderungen in Indonesien für die Toraja–Kirche besonders spürbar, und sie setzt viel Engagement dafür ein, dass Demokratie und Religionsfreiheit erhalten bleiben. In ihrer eigenen Region legt die GT sehr fortschrittliche, für Indonesien wegweisende diakonische Programme etwa in der Behindertenförderung und im Bereich ländlicher Entwicklung auf. Sie engagiert sich in der beruflichen Ausbildung, die sie durch moderne Methoden effizienter gestalten will und unterhält mehrere Schulen und zwei größere Krankenhäuser.
Protestantische Kirche in Südost–Sulawesi (GEPSULTRA)
Die GEPSULTRA geht auf die Arbeit niederländischer Missionare zurück. Sie wurde 1957 gegründet und war in den ersten zehn Jahren ihres Bestehens stark bedrängt, weil in Südost-Sulawesi eine militante muslimische Bewegung agierte, die die Region zu einer unabhängigen muslimischen Provinz machen wollte. Im Lauf der Zeit bekam die Kirche jedoch Zuwachs durch Umsiedler aus ganz Indonesien, so dass gegenwärtig Angehörige von 14 verschiedenen ethnischen Gruppen in ihr zusammenkommen. Nach wie vor ist sie eine Minderheitenkirche mit rund 25.000 Mitgliedern in überwiegend muslimischer Umgebung. Sie ist für ihr eigenes Überleben auf friedliche Koexistenz angewiesen und bemüht sich seit Jahrzehnten um den interreligiösen Dialog mit den muslimischen Nachbarn. 85 Prozent der Gemeindeglieder sind arme Familien aus kleinen Dörfern, so dass die Kirche trotz großer Bemühungen finanziell nicht ohne die Unterstützung ihrer Partner in Deutschland auskommen kann. Die EMS fördert in der GEPSULTRA vor allem landwirtschaftliche Entwicklungsprogramme, die dazu beitragen, den Lebensstandard der Familien zu erhöhen und der nächsten Generation Zukunftschancen zu geben.
Evangelische Kirche in Minahasa (GMIM)
Die GMIM ist eine der größten und ältesten Kirchen Indonesiens. Ihr gehören rund 70 Prozent der Bevölkerung des Minahasa–Gebiets in Nord–Sulawesi an. Bereits im 16. Jahrhundert begann dort durch die Portugiesen eine starke Missionsbewegung, die im 19. Jahrhundert durch zwei deutsche Missionare modifiziert wurde und zur Gründung der GMIM im Jahr 1934 führte. 750.000 Mitglieder werden in über 600 Gemeinden betreut, wobei über 50 Prozent der Pfarrerinnen und Pfarrer Frauen sind. Diese für Indonesien wie für Deutschland ungewöhnliche Parität hängt mit der starken Stellung der Frau in der traditionellen Kultur der Minahasa zusammen. Die GMIM versteht sich selbst als missionarische Kirche und ist als solche auch in anderen Regionen aktiv. Verschiedene inzwischen selbstständige Kirchen sind aus dieser Arbeit hervorgegangen. Sie setzt außerdem mit einer christlichen Universität, zahlreichen Krankenhäusern und Polikliniken, Schulen, Kinderheimen und Dorfentwicklungsprogrammen wesentliche Akzente für die gesamte Region.
Evangelische Kirche in Halmahera (GMIH)
Die Halmahera–Kirche auf den Nordmolukken ging aus der Arbeit niederländischer Missionare hervor, wurde 1949 selbstständig und lebte immer in einer starken muslimischen Nachbarschaft. Sie zählt rund 150.000 Mitglieder in 157 Gemeinden. Die GMIH macht sich seit den 90er Jahren zur Aufgabe, mit Schulen, Kleinkreditprogrammen und Gesundheitshelferausbildungen zur Entwicklung der sehr armen, ländlichen Bauerngesellschaft auf Halmahera beizutragen. Außerdem betreibt sie eine Theologische Hochschule, in der besonderer Wert auf die Vermittlung einer kontextuellen, gemeindenahen Theologie gelegt wird. Ein weiterer Schwerpunkt lag immer auf der Verständigungsarbeit zwischen Christen und Muslimen. Nach den interreligiösen Konflikten auf den Molukken zu Beginn dieses Jahrzehnts, die zahlreiche Opfer auf beiden Seiten forderten und große Flüchtlingsströme hervorriefen, ist auf Halmahera der wirtschaftliche Wiederaufbau und die Versöhnung zwischen Christen und Muslimen immer noch die vorherrschende Aufgabe, der sich die GMIH zusammen mit der muslimischen Gemeinschaft und den regionalen staatlichen Behörden stellt.




