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Die Herrnhuter Brüdergemeine in Südafrika
Die Ursprünge der Herrnhuter Brüdergemeine in Südafrika (MCSA) gehen auf den Herrnhuter Missionar Georg Schmidt zurück, der 1737 ins Land kam. Er gründete die Missionsstation Genadendal. Als sich die Missionsarbeit ins Ostkap ausweitete, trennte die Synode in Herrnhut 1867 die Arbeitsgebiete in ein Xhosa–sprachiges am Ostkap und ein Afrikaans–sprachiges am Westkap. Daraus entwickelten sich zwei Kirchenprovinzen der Herrnhuter Brüderunität in Südafrika. Die Ostprovinz hatte weitgehend schwarze Mitglieder, die Mitgliedschaft der Westkirche bestand hauptsächlich aus Farbigen. Durch die Apartheid wurde diese Trennung fragwürdig. So gab es seit Mitte der 50er Jahre erste Annäherungsversuche zwischen Ost und West. Es dauerte aber noch bis zur Synode 1992, bis die Einheit der Kirche auch kirchenrechtlich beschlossen und 1993 feierlich vollzogen wurde.
Die Kirchenleitung besteht aus den Delegierten der zwölf Kirchendistrikte sowie einer dreiköpfigen, von der Synode gewählten Exekutive. Die Vereinigung der beiden Kirchen stellt für die MCSA eine große finanzielle und organisatorische Herausforderung dar, auch wegen der großen räumlichen Distanzen im Land. Die MCSA hat etwa 80000 Mitglieder in 89 Gemeinden und versucht, ein ganzheitliches Bekenntnis zu leben durch eine Verbindung von Verkündigung, Diakonie und Bildung. Die wirtschaftlichen Probleme des Landes betreffen die Kirche stark. Insbesondere die Gemeinden des Ostkaps sind sehr arm. Andererseits verfügt die MCSA über große Ländereien. Für die Verwaltung derselben wurde 2008 eine Stiftung ins Leben gerufen und ein Stiftungsverwalter eingesetzt. Seitdem zeichnet sich hier eine positive Entwicklung ab. Sie trägt zur Stabilisierung der wirtschaftlichen Lage der MCSA bei.
Die Kirche lebt von den gesamtkirchlich organisierten Verbänden für Männer– und Frauenarbeit, Sonntagsschule und Jugend. Musik spielt eine wichtige Rolle. Es gibt viele Chöre und Posaunenchöre.
Wichtige diakonische Einrichtungen und Programme der Kirche sind das „Elim Home“, ein Heim für mehrfach behinderte Kinder im Westkap, die „Sive Schule“ für Gehörlose in Cedarville und das „Masangane AIDS–Programm“ mit Standorten in Shiloh und Matatiele. Masangane heißt in der Xhosa–Sprache „wir umarmen uns“. Dieser Titel ist zugleich Programm. Schwerpunkte des Projekts sind die Versorgung von AIDS–Waisenkindern und die Betreuung von HIV–Infizierten.
Die MCSA ist Gründungsmitglied im südafrikanischen Kirchenrat (SACC).




