Blog "Pilgern für Bauern in Bolivien"

Ehemaliger EMS-Geschäftsführer auf Pilgerreise

Anfang Juli ist er losgelaufen. Manfred Gieche, ehemaliger Geschäftsführer der EMS, startet in seinen Ruhestand mit einer Pilgerreise auf dem Jakobsweg. Warum er sich zum Pilgern entschlossen hat, erzählt er im Interview:  

EMS: Was hat Sie zu dieser Reise bewegt?

Manfred Gieche: Es ist ein langgehegter Traum von mir, eine Pilgerreise zu machen. Inspiriert dazu hat mich ein Bahnmanager aus Stuttgart. Er hat sich zu Beginn seines Ruhestandes auch auf den Weg gemacht und über seine Erfahrungen in der Stuttgarter Zeitung berichtet. Als ich das gelesen habe, dachte ich mir, so will ich diesen wichtigen Einschnitt in meinem Leben, den Übergang zwischen Berufsleben und Ruhestand, auch gestalten. Er hat sechs Wochen gebraucht, um abzuschalten und die Arbeit hinter sich zu lassen. Das hat mich tief bewegt. Ich bin sehr gespannt, wie mir das gelingen wird. Für mich ist der Übergang in den Ruhestand eine große Herausforderung, da ich mich wie viele Männer stark über den Beruf definiert habe.  

EMS: Warum haben Sie sich für den Jakobsweg entschieden?

Manfred Gieche: Er ist einer der drei großen Pilgerwege. Ich habe mich für diesen Weg entschieden, weil ich immer gerne in Frankreich und Spanien gewesen bin und mit diesen Ländern viele Erinnerungen verbinde. Der Weg führt durch sehr interessante Gebiete. Es beginnt schon mit den Klöstern im Schwarzwald, dann die romanischen Kirchen in Burgund und vieles mehr. Auch Taizé liegt auf meiner Strecke. Mit diesem Ort verbinde ich sehr schöne Erinnerungen und freue mich, dort Halt zu machen.  

EMS: Sie machen die Reise nicht nur für sich selbst, sondern nutzen sie als Sponsorenlauf. Jeder gelaufene Kilometer bringt einen Euro und dient der Unterstützung eines Projektes. An wen geht das Geld?

Manfred Gieche: Ich habe mich für ein Projekt in Bolivien entschieden, mit dem die EMS über die BMDZ und mission21 verbunden ist. Ich wollte ein landwirtschaftliches Projekt unterstützen und dieses hat mich besonders begeistert. Ich denke, es ist schön für einen Bauern zu sehen, dass er von dem Ertrag seiner Arbeit leben kann. Landwirtschaft in Bolivien zu betreiben ist nicht einfach, besonders im Hochland herrschen schwierige Bedingungen vor. Viele Bauern beginnen, illegal Coca anzubauen, um überleben und ihre Familien ernähren zu können. Doch die Institution Unatatawi hat mit den Bauernfamilien ein Projekt zur biologischen Produktion von Gewürzen und Heilpflanzen aufgebaut. Das Projekt umfasst inzwischen neben der Produktion auch die Weiterverarbeitung und den Vertrieb der Kräuter. So wird den Bauern eine andere Perspektive als der Drogenanbau geboten. Ich lade alle ein, Teilstrecken meiner Pilgerreise zu sponsern und so diese interessante und wichtige Arbeit zu unterstützen.  

EMS: Mit welchen Erwartungen machen Sie sich auf den Weg?

Manfred Gieche: Ich wünsche mir, dass ich den Abschied vom Berufsleben und auch von der EMS bewusst erleben und gut verarbeiten kann. Ich bin gespannt auf all die Herausforderungen, Begegnungen und Erlebnisse, die vor mir liegen. Pilgern ist in meinen Augen eine wundervolle Entschleunigung in der heutigen, sehr schnelllebigen Zeit. Das zu erleben, darauf freue ich mich. Etwas Sorgen machen mir die körperliche Belastung und die Witterungsverhältnisse. Die Ärzte haben mir gesagt, dass besonders die ersten zwei bis drei Wochen schwer werden. Doch wenn ich diese überstanden habe, sollte ich auch den Rest schaffen. Die teils schweren Gewitter der vergangenen Wochen haben mir bewusst gemacht, dass mir so etwas auch unterwegs begegnen kann, und ich besonders auf freiem Feld einem Unwetter schutzlos ausgeliefert wäre. Doch auch das ist eine Erfahrung, die ich bereit bin, auf dieser Reise zu machen.  

EMS: Ihre Pilgerreise – eine Reise in die Vergangenheit oder auch ein Blick in die Zukunft?

Manfred Gieche: Ich will mich zum einen mit den vergangenen Jahren beschäftigen und den Kopf frei bekommen. Zum anderen erhoffe ich mir Ideen für die Zukunft. Ich habe einige Anfragen bekommen, was mich sehr freut. Nun muss ich mich entscheiden, wie und wo ich meine Zeit in Zukunft investieren möchte. Diese Frage nehme ich mit auf den Jakobsweg, mit auf meine Reise von Fellbach nach Santiago de Compostela.

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Kennwort: Pilgern mit Manfred Gieche Basler Mission – Deutscher Zweig

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Nähere Auskunft zu den Streckenabschnitten und Projektinformationen erhalten Sie von: Annette Stahl (Stahl@ems-online.org, Tel. 0711 / 63678-24)

 

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