Politik und Gesellschaft
Ghana ist seit 1960 Republik, nachdem es 1957 von Großbritannien unabhängig wurde. Seit 1966, nach dem Sturz des ersten Präsidenten Kwame Nkrumah, gab es in Ghana gewaltsame Umstürze. 1981 kam Leutnant Jerry Rawlings durch einen Putsch an die Macht. Er rief 1992 demokratische Wahlen aus, die die Opposition weitgehend boykottierte. Der Demokratisierungsprozess ließ sich jedoch nicht aufhalten. 2000 wurde zum ersten Mal eine Regierung, die von Jerry Rawlings' "National Democratic Party", friedlich abgewählt. John Agyekum Kofuor und seine "New Patriotic Party" (NPP) übernahmen die Regierung. Die Macht des Militärs wurde in der Folge eingedämmt, die Meinungsfreiheit garantiert und eine Nationale Versöhnungskommission eingesetzt, die die Gewalttaten früherer Regime untersuchte.
Die Regierung Kofuor hat sich vor allem außenpolitisch einen guten Namen gemacht, da der Präsident als Vorsitzender der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS eine wichtige Rolle in den Friedensverhandlungen in Liberia und der Elfenbeinküste spielte. Innenpolitisch setzte er die marktwirtschaftlich orientierte, neoliberale Wirtschaftspolitik seines Vorgängers fort. In den 80er Jahren hatte Rawlings eine von den internationalen Finanzinstitutionen auferlegte Strukturanpassungspolitik eingeführt, die großzügige Kredite internationaler Geber nach sich zogen. Davon profitierte jedoch nur eine städtische Mittelschicht, weite Teile der ländlichen Bevölkerung verarmten. Über 30 Prozent der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze. Kurz nach der Regierungsübernahme beantragte Kofuor bei den Gläubigerländern, in das Entschuldungsverfahren der hochverschuldeten armen Länder (HIPC) aufgenommen zu werden.
Im Dezember 2004 stehen wiederum Wahlen an, bei der der Regierung Kofuor und der NPP gute Chancen eingeräumt werden.




