Politik und Gesellschaft
Nach Jahrhunderten außenpolitischer Abschottung öffnete sich das Land in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ausländischen Ideen und Handelswaren. Es erlebte eine rasche Entwicklung in Bildung und Technologie. Mit der Annexion Koreas 1910, dem Einmarsch in die Mandschurei 1931 und China 1937 und während des Pazifischen Krieges ab 1941 fügte Japan den asiatischen Nachbarländern grausamen Schaden zu. Nach dem Krieg folgte der rasante Aufstieg zu einer Weltwirtschaftsmacht. Japan ist seit 1947 eine parlamentarische Monarchie.
In Japan gibt es mehrere benachteiligte Minderheiten: die Ainu sind Nachfahren der ursprünglichen Inselbevölkerung, die Buraku sind ethnisch Japaner, jedoch aufgrund des Berufs ihrer Vorfahren diskriminiert. Okinawa war ursprünglich ein eigenständiges Königreich, das sich kulturell stark von Japan unterscheidet. Im Zweiten Weltkrieg verlief hier die strategische Verteidigungslinie. Heute fühlen sich die Okinawa-Menschen weiterhin durch die umfangreichen US-amerikanischen Militärbasen auf ihren Inseln diskriminiert.
Japan ist eine der führenden Industrienationen der Welt. Japanische Autos sind in allen Kontinenten verbreitet, im Bereich der Computertechnologien und verwandten Branchen gehört das Land zu den Marktführern.
Diese schnelle Entwicklung seit dem Zweiten Weltkrieg hat Japan lange Zeit Vollbeschäftigung und einen hohen Lebensstandard für die Bevölkerung gebracht. In den letzten Jahren steigt jedoch auch hier die Zahl der Arbeitslosen und der Tagelöhner. Den Menschen, die sich für ihr ganzes Leben von der Firma versorgt glaubten, fehlt jede Absicherung.




