Das Ostasien-Verbindungsreferat
Geschichte der Chinabeziehungen des EMS
Die Wurzeln der Beziehungen des EMS nach China reichen tief in die Geschichte. Bereits 1847 begann die Basler Mission damit, Missionare nach Hongkong und in die umliegenden Provinzen auszusenden. China wurde nach anfänglichen Schwierigkeiten sogar ein Schwerpunkt der Arbeit der Basler Mission. Die Ostasienmission (DOAM), begann mit ihrem Engagement in China gleich nach der Gründung im Jahr 1885 in Shanghai und ab 1899 in Quingdao in der Shandong Provinz. Von Anfang an spielte bei der DOAM die Beschäftigung mit der Kultur und den Religionen Chinas eine wichtige Rolle.
Nach der maoistischen Revolution und der Gründung der Volkrepublik China im Jahr 1949 wurden die Missionare aller Missionsgesellschaften ausgewiesen und es gab fast keine Kontakte mehr zur Kirche in China.
Dessen ungeachtet wurde bei der Gründung des EMS 1972 ein Referat für Ostasien eingerichtet, das damals schon Japan, Korea und China umfasste. Seitdem Ende der 70er Jahre wieder Beziehungen nach China aufgenommen werden konnten, bestehen wieder Kontakte. Dass die Kirche in China bis heute nicht im Missionsrat vertreten ist, hat mit der besonderen Geschichte der Mission in China zu tun. China wurde durch den sogenannten Opiumkrieg 1841 gezwungen sowohl den Verkauf von Opium wie auch missionarische Aktivitäten zu akzeptieren.
1974 berief der Missionsrat des EMS mit Dr. Glüer bewusst einen ausgewiesenen Chinaexperten als zweiten Ostasienreferenten. Dr. Glüer war bis 1995 im EMS tätig und hat mit seinen Chinesischkenntnissen einen großen Beitrag dazu geleistet, dass die während der Kulturevolution (1966 bis 1976) völlig abgebrochenen Beziehungen zwischen Christen in China und der Ökumene wieder aufgenommen wurden. Es ist zu einem großen Teil auch sein Verdienst, dass für den Chinesischen Christenrat die Beziehungen nach Deutschland bis heute eine große Bedeutung haben. Es ist kein Zufall, dass die erste Auslandsreise der neu gewählten Führung des CCC im Jahr 2003 als Ziel Deutschland und die Schweiz hatte.
Aufgaben des Verbindungsreferats
Die Beziehungen zur Kirche in China, die die Basler Mission und die Deutsche Ostasienmission mit in die Gemeinschaft des EMS hineingebracht haben, sind heute wieder sehr lebendig. Partner in China sind der Chinesische Christenrat (CCC) und die von Christen gegründete Diakoniestiftung "Amity Foundation". Da während der Kulturrevolution keine Pfarrer und Pfarrerinnen ausgebildet werden konnten, die schnell wachsende chinesische Kirche jedoch einen großen Bedarf an Mitarbeitenden hat, fördert das EMS vor allem die theologische Ausbildung. Über die Amity Foundation vermittelt, unterrichtet eine Lehrerin an einer Universität Deutsch und ebnet dadurch jungen Menschen den Weg zu einem Studium im Ausland. Nicht zuletzt hilft das EMS auch mit bei der Lösung drängender sozialer Fragen. Gezielt gefördert wird über die Amity Foundation die Rechtsberatung für die vielen Wanderarbeiter. Damit wird zugleich ein kleiner Beitrag zum Aufbau eines Rechtsstaats und damit auch zur Demokratisierung Chinas geleistet.




