Religionen
Der erste Grundsatz der indonesischen Staatsphilosophie verpflichtet zum "Glauben an einen allmächtigen Gott", nicht aber zu einem bestimmten Bekenntnis. Somit garantiert die Verfassung die Religionsfreiheit. In den Religionszugehörigkeiten spiegeln sich die wechselnden Einflüsse von außen in der Geschichte des Landes wider: 87 Prozent der Bevölkerung bekennen sich zum Islam sunnitischer Richtung, 6,5 Prozent sind Protestanten und Angehörige von Pfingstkirchen und weitere drei Prozent Katholiken. Von den knapp zwei Prozent Hindus leben die meisten auf Bali, ein weiteres Prozent machen Buddhisten und Konfuzianer aus. Die Glaubensvorstellungen und religiösen Bräuche sind in all diesen Konfessionen eng mit den überlieferten Naturreligionen und lokalen Traditionen verzahnt.
Konflikte zwischen verschiedenen Religionen, wie sie derzeit auftreten, lassen sich zumeist nicht auf religiöse Ursachen eingrenzen. Viel eher spielen dabei ethnische und wirtschaftliche Gründe eine Rolle, die in der Kolonialzeit oder der Umsiedlungspolitik der letzten Jahre ihre Wurzeln haben. Leider werden solche Konflikte häufig für machtpolitische Zwecke zu interreligiösen Auseinandersetzungen umfunktioniert.
Christentum
Die protestantischen Kirchen sind in der Gemeinschaft der Kirchen in Indonesien (PGI) zusammengeschlossen. Der PGI engagiert sich stark im interreligiösen Dialog; in den momentanen Auseinandersetzungen zwischen Moslems und Christen bemüht er sich um Aussöhnung und Verständigung. Eine weitere aktuelle Aufgabe, der er sich stellt, ist die Neubestimmung der Rolle der christlichen Kirchen im Reformasi-Indonesien.




