Politik und Gesellschaft in Indien
Am 15. August 1947 wurde Indien unabhängig, 450 Jahre des Kolonialismus durch islamische Moghulen, Portugiesen und Engländer gingen damit zu Ende. Gleichzeitig wurde der Subkontinent in Indien und Pakistan aufgeteilt. Am 26. Januar 1950 trat die neu ausgearbeitete föderalistische Verfassung in Kraft. Damit war die 2000-jährige Struktur Indiens - zahllose erbliche Fürstentümer unter wechselnden fremden Oberherrschaften - zur Vergangenheit geworden. Heute ist Indien in 28 Bundesstaaten, sechs Union-Territories und das National Capital Territory Delhi eingeteilt. Das Bundesparlament wird alle fünf Jahre gewählt. In Indien ist das politische System eine parlamentarische Demokratie. Das Staatsoberhaupt ist Dr. Kalam, der Regierungschef seit 2004 Dr. Singh. Die stärkste Partei der Regierungskoalition ist der Congress.
Seit seiner Unabhängigkeit hat das Land im Bereich der Landwirtschaft, Industrie und Technologie sowie im Ausbau der Energieversorgung und Infrastruktur bemerkenswerte Entwicklungen erzielt. Die Regierung hat seit 1991 großflächige Maßnahmen zur Liberalisierung der Ökonomie durchgeführt, diese haben jedoch nur einer privilegierten Minderheit und der Mittelklasse geholfen. Durch ein Strukturanpassungsprogramm wurde Indien in den globalen Markt integriert mit den Folgen, dass der Agrarsektor und ökologische Fragen vernachlässigt werden, eine privilegierte Schicht Subventionen erhält und die politische Korruption zunimmt. Die Globalisierung weckte Hoffnungen auf Entwicklungsmöglichkeiten durch Exporterlöse – und durch gleichzeitige Geburtenkontrolle.
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