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Religionen

Die offizielle Religion Jordaniens ist der Islam. Aber christliche Minderheiten genießen religiöse Freiheiten und Rechte. Man kann von begrenzter Religionsfreiheit sprechen. Die offizielle Religionsstatistik weist bei einer Gesamtbevölkerung von zirka 4,3 Millionen Jordaniern 93 Prozent als sunnitische Muslime aus, daneben gibt es kleinere Gruppen anderer muslimischer Religionsgemeinschaften. Der Anteil der Christen liegt bei vier bis fünf Prozent der Bevölkerung.

Christentum
Man rechnet offiziell mit rund 186.000 Christen der verschiedensten Konfessionen. Rund 70.000 von ihnen gehören zur Griechisch-Orthodoxen Kirche, 30.000 zur Römisch-Katholischen. Dazu kommen 20.000 Melkiten, das heißt orthodoxe Christen, die mit Rom uniert sind. Auch die Armenisch-Orthodoxe und die Syrisch-Orthodoxe Kirche sind im Land vertreten. Die kleinste Religionsgemeinschaft ist die evangelische, die wiederum in eine Vielzahl von Denominationen zerfällt. Neben den 2.000 Anglikanern, der größten Gruppierung, gibt es Lutheraner, Baptisten, Nazarener, Pfingstgemeinden und Mitglieder der "Evangelischen Freikirche". Die Kirchen haben die Freiheit der Verkündigung für ihre eigenen Mitglieder. Muslime dürfen nicht bekehrt werden. Der Minoritätenschutz ist gesetzlich verankert.

In Jordanien wie auch in den anderen Ländern des Nahen Ostens wandern viele christliche Familien nach Europa und Amerika ab. Die Ursache liegt in den wirtschaftlichen Möglichkeiten, die die Verbindung mit der westlichen Welt eröffneten. Christen konnten diese in wirtschaftlichen Notzeiten besser nutzen als Muslime. Christen hatten dabei durch ihre gute Schulbildung - dank der Missionsschulen - eine bessere Chance. Der Auswanderungstrend hat vor allem für einige kleinere Kirchengemeinschaften schon existenzbedrohende Ausmaße angenommen.

Das Jahresprojekt 2010 Frieden Leben Lernen – 150 Jahre Schneller-Schulen in Nahost ist beispielhaft für eine langfristige und erfolgreiche Unterstützung. Die beiden Schneller-Schulen in Jordanien und im Libanon sind bis heute Vorreiter einer modernen, ganzheitlichen Pädagogik, die friedliches Zusammenleben fördert. Den Grundstein legte 1860 der württembergische Pietist Johann Ludwig Schneller in Jerusalem. Zum Jubiläum ist auch Ihr Friedenswunsch an die Kinder gefragt. Machen Sie mit bei unserer Postkartenaktion!
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