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Die Herrnhuter Brüdergemeinde in Südafrika

Die Ursprünge der Herrnhuter Brüdergemeine in Südafrika (MCSA) gehen auf den Herrnhuter Missionar Georg Schmidt zurück, der 1737 ins Land kam. Er gründete die Missionsstation Genadendal. Als die Missionsarbeit sich ins Ostkap ausweitete, trennte die Synode in Herrnhut 1869 die Arbeitsgebiete in ein Xhosa-sprachiges am Ostkap und ein Afrikaans-sprachiges Missionsgebiet am Westkap. Daraus entwickelten sich zwei Kirchenprovinzen der Herrnhuter Brüderunität in Südafrika. Die Ostprovinz hatte weitgehend schwarze Mitglieder, die Mitgliedschaft der Westkirche bestand hauptsächlich aus Farbigen. Durch die Apartheid wurde diese Trennung fragwürdig. So gab es seit Mitte der 50er Jahre erste Annäherungsversuche zwischen Ost und West. Es dauerte aber noch bis zur Synode 1992, bis die Einheit der Kirche auch kirchenrechtlich beschlossen und 1993 feierlich vollzogen wurde.

Die Kirchenleitung besteht aus den Delegierten der zwölf Kirchendistrikten, sowie einem dreiköpfigen, von der Synode gewählten Exekutivbüro. Die Vereinigung der beiden Kirchen stellt für die MCSA eine große finanzielle und organisatorische Herausforderung dar - auch wegen der großen räumlichen Distanzen im Land. Die MCSA hat knapp 100.000 Mitglieder in 89 Gemeinden und versucht, ein ganzheitliches Bekenntnis zu leben durch eine Verbindung von Verkündigung, Diakonie und Bildung. Die wirtschaftlichen Probleme des Landes betreffen die Kirche stark. Insbesondere die Gemeinden des Ostkaps sind sehr arm. Auch die Landfrage fordert die Missionsstationen heraus. Der eingeleitete Prozess einer Landreform wurde immer wieder aufgeschoben.

Die MCSA versucht seit einigen Jahren zu verhindern, dass Mitglieder in die charismatische Bewegung abwandern. Dazu startete die Kirche Programme zur geistlichen Erneuerung. Das Jahr 2004 wurde zu einem "Jahr der geistlichen Erneuerung" ausgerufen und die im September 2004 tagende Synode unter dieses Thema gestellt.

Die Kirche lebt von den gesamtkirchlich organisierten Verbänden für Männer- und Frauenarbeit, Sonntagschule und Jugend. Musik spielt eine wichtige Rolle. Es gibt viele Chöre und Posaunenchöre.
Wichtige diakonische Einrichtungen und Programme der Kirche sind das "Elim Home", ein Heim für mehrfach behinderte Kinder im Westkap, die "Sive Schule" für Gehörlose in Mvenyane und das "Masangane Aids Programm", das 2002 als eines der ersten kirchlichen Aidsprogramme auch die Behandlung Kranker mit antiretroviralen Medikamenten einführte.
Die MCSA ist Gründungsmitglied im südafrikanischen Kirchenrat (SACC).

Reise des badischen Landesbischofs Dr. Ulrich Fischer nach Südafrika  |
Mit dem Jahresprojekt 2008 FrauenLeben in der Fremde – Mission und Migration richtet die EMS-Gemeinschaft den Blick auf die Situation von Migrantinnen in Ostasien und anderen Ländern. Gruppen und Einzelne sind eingeladen, sich in einer Mitmach-Aktion kreativ mit dem Thema auseinander zu setzen.
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