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Religionen

Die Verfassung garantiert Religionsfreiheit. 75 Prozent der Bevölkerung sind Christen, bis zu 25 Prozent sind Anhänger traditional-afrikanischer Religionen, je ein Prozent sind Muslime und Hindus, 0,2 Prozent Juden. Der Islam ist in der ursprünglich malaiischen Bevölkerung des Westkaps und in der indischstämmigen Bevölkerung verwurzelt, deren Mehrheit jedoch Hindus sind.

Die traditionell-afrikanischen Religionen sind vielfältig. Wesentlich ist der Glaube an den einen Schöpfergott, der durch die Vermittlung von Ahnen zugänglich ist. Die traditionellen Religionen beeinflussen durch die weitverbreitete Ahnenverehrung auch die christlichen Kirchen. Wesensmerkmal afrikanischer Kultur und Religion ist die zentrale Rolle der Gemeinschaft, der sich das Individuum zuordnet. Dieses Verständnis beeinflusste möglicherweise entscheidend den Versöhnungsprozess in Südafrika.

Christentum
Die christlichen Kirchen sind zahlreich. Die größte Gruppe von Kirchen bilden die African Instituted (oder Independant) Churches (AIC´s) mit etwa 25 Prozent. Sie bestehen aus über 4.000 Kirchen, die unabhängig von den missionarischen Kirchen oder als eigenständige Abspaltungen von ihnen entstanden. Daneben sind es vor allem neo-pentekostale und charismatische Gruppen, zirka 17 Prozent, die großes Wachstum verzeichnen. Unter den aus der Missionsarbeit hervorgegangenen Kirchen sind die katholische und die niederländisch-reformierte Kirche mit je neun Prozent die zahlenmäßig stärksten, gefolgt von sieben Prozent Methodisten, vier Prozent Anglikanern und drei Prozent Lutheranern. Die meisten der Kirchen wurden durch die Apartheidpolitik nachhaltig geprägt. Die reformierte Kirche (NGK) legitimierte die Apartheid ideologisch. Seit den 90er Jahren versuchen mehrere Kirchen, die in Folge der Rassenpolitik eingeführten Spaltungen zu überwinden.

Der 1936 gegründete südafrikanische Kirchenrat, zu dem die meisten aus der Mission entstandenen protestantischen Kirchen gehören, und die katholische Bischofskonferenz war in Zeiten der Apartheid wichtige Instanzen im Kampf gegen die Apartheid. Die neue politische und gesellschaftliche Situation nach der Apartheid hat in den Kirchen zu einer inhaltlichen Krise und Neubesinnung auf die eigene Identität geführt.

Mit dem Jahresprojekt 2008 FrauenLeben in der Fremde – Mission und Migration richtet die EMS-Gemeinschaft den Blick auf die Situation von Migrantinnen in Ostasien und anderen Ländern. Gruppen und Einzelne sind eingeladen, sich in einer Mitmach-Aktion kreativ mit dem Thema auseinander zu setzen.
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