Beispielhafte Projekte von Kirchen in der EMS-Gemeinschaft im Bereich „Migration“
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Korea:
Projekte der Presbyterianischen Kirche von Korea (PCK) und der Presbyterianischen Kirche in der Republik Korea (PROK)
„Eine Million Ausländer in Korea“ – diese Meldung machte Mitte 2007 Schlagzeilen. Verglichen mit Deutschland ist diese Zahl relativ klein, für Korea hat sie aber symbolische Bedeutung und stellt die koreanische Gesellschaft vor die neue Herausforderung, wie sie das Zusammenleben mit Menschen, die einer fremden Kultur entstammen, gestalten will. Auch wenn es 150 Jahre her ist, seit sich das „Hermit Kingdom“ der Außenwelt geöffnet hat, verstand sich das koreanische Volk dennoch bisher als recht einheitlich. Der Mythos der gemeinsamen Abstammung von einem Urvorfahren (Tangun) und damit der Blutsverwandtschaft aller Koreaner ist nach wie vor lebendig.
Die Öffnung und Sensibilisierung der koreanischen Mehrheitsgesellschaft für fremde Kulturen ist eines der Ziele der Arbeit mit Migranten und Migrantinnen der koreanischen EMS-Kirchen PCK und PROK. Bei dieser ausgesprochen vielseitigen und differenzierten Arbeit stehen diakonische und gesellschaftspolitische Aktivitäten im Mittelpunkt, aber auch evangelistische Ansätze spielen eine Rolle.
In Gemeinden und Zentren der PCK und der PROK gibt es vielfältige Angebote: Seelsorge und Hilfe für Frauen, die in Not geraten sind; Sprachkurse; kulturelle Programme, um die koreanische Kultur kennen zu lernen; Kochkurse für Heiratsmigrantinnen; Hausaufgabenhilfe für Kinder aus Ehen mit Migrantinnen; Kurse für Mütter, um sie zu befähigen, ihren Kindern in schulischen Belangen zu helfen; Beratung in Ehe- und Familienfragen; Rechtsberatung; medizinische Behandlung; Ausbildungskurse, die helfen, leichter Arbeit zu finden; Frauenhäuser für misshandelte Migrantinnen und sogenannte „Shelter“, d.h. Zufluchtsstätten, in denen Arbeitsmigranten und -migrantinnen, die ihren Job verlieren, krank oder in die Illegalität gedrängt werden, vorübergehend Aufnahme finden.
Auch das sozialpolitische Engagement spielt in allen Zentren und vielen Gemeinden eine Rolle und geht in zwei Richtungen: Öffnung der koreanischen Gesellschaft für fremde Kulturen und Stärkung der Rechte von Migranten und Migrantinnen. Das "Zentrum für Menschenrechte von Migrantinnen" in Cheongju, in dem Pfarrerin Esther Grieder als Ökumenische Mitarbeiterin des EMS und von mission 21 tätig ist, bietet z.B. an, dass Migrantinnen in Kindergärten, Schulen und Volkshochschulen gehen und dort etwas von der Kultur ihres Heimatlandes vermitteln. Dies soll dazu führen, dass sich die koreanische Mehrheitsgesellschaft für kulturelle Vielfalt öffnet. Das Ansan Foreign Workers Center der PCK hat das Gebiet, in dem ihr Zentrum liegt, zu einem globalen „Dorf ohne Grenzen“ erklärt und fördert gezielt das multikulturelle Zusammenleben bis hin zur Zustimmung zur Einrichtung einer Moschee für Migranten und Migrantinnen aus Bangladesh.
In den Zentren für Migrantinnen werden mehrsprachige Gottesdienste gefeiert und es finden kulturelle Veranstaltungen und Feste statt.
In der Galiläa-Kirche der PCK treffen sich mehrere fremdsprachige Gemeinden, z.B. eine indonesische und eine mongolische Gemeinde. Die Galiläa-Gemeinde sorgt nicht nur teilweise für das Gehalt der Pfarrer. Jeden Sonntag kocht eine andere Gruppe ein Mittagessen für ca. 200 Leute. Vor allem in der PCK, teilweise auch in der PROK, verbindet sich eine gute soziale Arbeit mit ausgeprägten evangelistischen Ansätzen. Migranten und Migrantinnen besuchen abends Bibelschulen und werden zu Missionaren und Missionarinnen ausgebildet. Dabei geht es nicht in erster Linie um Mission unter Migranten und Migrantinnen, sondern darum, dass diese nach der Rückkehr in ihre Heimatländer missionarisch tätig werden können. Hier liegt ein Schwerpunkt auf Ländern, die sozialistisch geprägt sind (Vietnam, Kambodscha, China) oder überwiegend muslimisch sind (Indonesien, Bangladesh).
Lesen Sie dazu auch den ››› Reisebericht 2007 (pdf 40kb) von Lutz Drescher, EMS Ostasien- und Indienreferent
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China:
Amity-Projekt
In China sind Millionen von Menschen aus ländlichen Gebieten in die boomenden Städte gezogen, um Arbeit zu finden. Die Bedingungen in der verarbeitenden Industrie oder auf den Baustellen sind äußerst hart – auch dort werden Frauen ganz selbstverständlich eingesetzt. Es gibt ungerechtfertigte Entlassungen und Arbeitgeber weigern sich, bei Betriebsunfällen die Kosten für medizinische Versorgung zu übernehmen. Um den endgültigen Umzug in die Städte zu verhindern, erhalten die Migrantinnen in den Städten nur ein befristetes Bleiberecht. Ihren Kindern wird der Besuch der öffentlichen Schulen untersagt. Die von Christen gegründete Diakoniestiftung „Amity“ hat nicht nur 18 Schulen für Kinder von Migrantinnen eingerichtet, sondern ermutigt sie auch, für ihre Rechte einzutreten. „Amity“ vermittelt kostenlose Rechtshilfe und unterstützt die Migrantinnen in einem Staat, in dem Recht und Würde von Einzelnen nur einen geringen Stellenwert haben.
››› Projektseite der AMITY FOUNDATION (englisch)
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Japan:
Projekt des Kyodan
In der EMS-Partnerkirche Kyodan ist die Erinnerung an Japans Überfall und Besetzung seiner Nachbarvölker auch heute noch sehr lebendig. Christen und Christinnen haben auf vielfältige Weise versucht, das vor Jahrzehnten verübte Unrecht - nicht zuletzt auch an Migranten und Migrantinnen, die ins Land kamen – wieder gut zu machen. Ein Beispiel dafür ist das Zentrum für philippinische Familien, das der Kyodan, der Protestantische Kirchenbund in Japan, eröffnet hat. Für philippinische Migranten-Familien ist es wichtig, einen Ort zu haben, an dem sie ihre eigene Sprache sprechen und unter sich sein können. Dort stehen ihnen Menschen mit Rat und Tat zur Seite. So finden sie ein Stück Heimat in der Fremde.
http://home.att.ne.jp/banana/cjff/homeaboutus.htm
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