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Die Buraku-Befreiungszentren der Vereinigten Kirche Christi in Japan (Kyodan)

Die Vereinigte Kirche Christi in Japan (Kyodan), eine EMS-Partnerkirche, unterhält zwei Buraku-Befreiungszentren: ein nationales Zentrum in Osaka und ein kleines Zentrum in Yasu bei Kyoto, das für den dortigen Kirchenbezirk zuständig ist. Dieses Regionalzentrum veröffentlicht Informationen gegen Diskriminierung und vermittelt Personen, die für Fortbildungen und Gespräche über einschlägige Themen zur Verfügung stehen. Das Zentrum hat ein Netzwerk von Aktionsgruppen und nimmt an Solidaritätsaktionen teil. Über das Zentrum in Yasu wurde auch ein Austauschprogramm mit anderen diskriminierten Minderheiten auf nationaler wie internationaler Ebene begonnen. Kontakte bestehen mit Dalit-Vertretern und -organisationen in Indien sowie Roma- und Sinti-Verbänden in Deutschland. Dabei geht es um Themen wie "Befreiungsmethoden", "befreiender Glauben", "Menschenachtung" und "Maßnahmen zur Erlangung politischer Fürsprache". Dieses Programm fragt auch Kirchen in Indien und Deutschland nach ihrer Haltung gegenüber diskriminierten Minderheiten.

Das Zentrum dokumentiert auch Fälle, in denen Buraku diskriminiert werden: Zum Beispiel ein Akademiker, der einen Arbeitsvertrag mit einem großen japanischen Unternehmen geschlossen hat. Bei einem Erdbeben wurde seine Wohnung zerstört und er zieht zu seiner Mutter in ein Buraku-Wohngebiet. Dadurch wird seine Herkunft bekannt und das Unternehmen teilt ihm mit, dass aus der Anstellung leider doch nichts werde. Oder ein KYODAN-Pfarrer und seine Brüder. Er ist selbst Buraku und setzt sich für Buraku ein. Einige Gemeindeglieder bleiben weg, seitdem ihnen die Herkunft des Seelsorgers bekannt ist. Seine Schwiegereltern haben ihn lange Zeit abgelehnt. Erst seitdem die Kinder geboren sind, gibt es Kontakt. Sein einer Bruder hält seine Herkunft vor den Schwiegereltern geheim. Er fürchtet, dass sich seine Frau von ihm scheiden lässt. Sein anderer Bruder hat Angst, seine Herkunft aufzudecken. Er fürchtet, dass er seine Geschäftskunden verliert, wenn sie wissen, dass er Buraku ist.

In der Partnerkirche gibt es einen Sonderausschuss für Burakubefreiung. Dieser Ausschuss hat ein Theaterstück erarbeitet, das bei Veranstaltungen der Zentren manchmal aufgeführt wird. Dargestellt wird die Situation von Buraku innerhalb der heutigen japanischen Kirchen: Eine junge Buraku-Frau und Christin lernt in ihrer Gemeinde Diskriminierung in vielfacher Form kennen, so zum Beispiel einen Kirchengemeinderat, der seine Tochter verstößt, weil sie einen Mann mit Buraku-Herkunft heiraten möchte. Die Arbeit in den Befreiungszentren ist, wie jede Solidaritätsbewegung für Minderheiten, ein lang andauernder Prozess. Er beginnt der zunächst in den eigenen Reihen und kann nur langsam ein Umdenken in der Gesellschaft erreichen.

Dr. Andreas Hoffmann-Richter und Gisela Köllner, 2000

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Mit dem Jahresprojekt 2008/2009 FrauenLeben in der Fremde – Mission und Migration richtet die EMS-Gemeinschaft den Blick auf die Situation von Migrantinnen in Ostasien und anderen Ländern. Gruppen und Einzelne sind eingeladen, sich in einer Mitmach-Aktion kreativ mit dem Thema auseinander zu setzen.
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