Religionen
Nach der Volkszählung vom Jahr 2000 bekennen sich 69 Prozent der Bevölkerung zum Christentum, 8,5 Prozent sind Anhänger traditioneller afrikanischer Religionen und 15,6 Prozent sind muslimischen Glaubens. Nur 6,2 Prozent geben an, keine Religion zu haben. Die überwiegende Religiosität der Bevölkerung prägt auch das öffentliche Leben.
Der Islam ist vorwiegend im Norden Ghanas beheimatet. Dort sind 56,1 Prozent der Bevölkerung muslimisch. Die Wurzeln des Islam liegen dort bereits im 15. Jahrhundert. Heute gibt es muslimische Einflüsse aus Saudi-Arabien und islamischen Bewegungen in den USA, zum Beispiel Nation of Islam.
Die Zahl der Anhänger traditioneller Religion hat in den vergangenen Jahrzehnten deutlich abgenommen. Doch prägen viele traditionelle Bräuche mit religiösem Hintergrund das Leben, und die Auseinandersetzung mit dem Erbe traditioneller Religion, zum Beispiel mit Trinkopfern, Riten, Fetischen, ist christlicher Alltag.
Ghana gilt als religiös tolerantes Land, die Verfassung garantiert Religionsfreiheit. Das Zusammenleben der Religionen ist bis auf einzelne Zwischenfälle friedlich. Religiöse Einflüsse bei ethnischen Konflikten sind sekundär, auch wenn Bevölkerungsgruppen meist einheitlich islamisch oder christlich geprägt sind.
Christentum
Laut Ergebnis der Volkszählung aus dem Jahr 2000 sind 15,3 Prozent der ghanaischen Bevölkerung Mitglied der katholischen Kirche, 18,6 Prozent Mitglied einer protestantischen Kirche und 24,1 Prozent Mitglied einer Pfingstkirche oder charismatischen Kirche. Die protestantischen Kirchen in Ghana sind im Christenrat von Ghana zusammengeschlossen. Der Christenrat arbeitet eng mit der katholischen Bischofskonferenz zusammen.
Insbesondere die Zahl der charismatischen Kirchen und neuen Pfingstkirchen steigt beständig, während die traditionellen Missionskirchen und die älteren afrikanischen unabhängigen Kirchen zahlenmäßig eher abnehmen. Viele der Missionskirchen, darunter auch die katholische, haben sich mittlerweile selbst der charismatischen Bewegung geöffnet und integrieren zunehmend Elemente charismatischer Spiritualität. In einzelnen Kirchen wie der "Evangelical Presbyterian Church" hat die Auseinandersetzung mit den Charismatikern zu einer Kirchenspaltung geführt.
Die charismatischen oder neuen Pfingstkirchen haben oft amerikanische Ursprünge und werden aus den USA unterstützt. Sie vertreten ein Wohlstandsevangelium. Mit ihrem Weltbild, das alles Übel Dämonen zuschreibt, und ihren Heilungsgottesdiensten kommen sie dem traditionellen afrikanischen Weltbild entgegen.




